Laut einem Bericht der Confederation of British Industry (CBI) hatten der Brexit und die anhaltende Covid-Pandemie erhebliche Auswirkungen auf den Einzelhandel im Vereinigten Königreich und verursachten erhebliche Probleme in der Lieferkette. Dennoch verzeichneten die Einzelhandelsumsätze im Vereinigten Königreich im Jahr bis August das stärkste Wachstum seit Dezember 2014 und erreichten ein Rekordhoch beim Auftragswachstum. Auch der Umsatz sei „für die Jahreszeit überdurchschnittlich“ gewesen. Allerdings hat die Kombination aus Arbeitskräftemangel und Transportstörungen aufgrund von Covid und Brexit zu einem deutlichen Rückgang der verfügbaren Lagerbestände im Vergleich zu den erwarteten Verkäufen geführt.

Die CBI-Umfrage, an der 104 Unternehmen teilnahmen, darunter 42 Einzelhändler, ergab, dass die Lagerbestände im Einzelhandels- und Vertriebssektor ein Allzeittief erreicht haben. Dies ist der fünfte Monat in Folge, in dem die Lagerbestände Rekordtiefs erreicht haben. Zudem ist der Anteil der Importe an den Lieferantenlieferungen stark zurückgegangen.

Trotz dieser Herausforderungen rechnen die Unternehmen mit einem anhaltenden Auftrags- und Umsatzwachstum, wenn auch in einem langsameren Tempo in den kommenden Monaten. Die durchschnittlichen Verkaufspreise stiegen im August so schnell wie seit November 2017 nicht mehr, und die Befragten erwarten für den kommenden Monat einen ähnlichen Trend.

Auch die Investitionsabsichten für die nächsten 12 Monate haben sich verbessert und erreichen den höchsten Stand seit Februar 1994. Insgesamt gehen die Einzelhändler davon aus, dass sich die Geschäftslage im nächsten Quartal leicht verbessern wird.

Alpesh Paleja, der leitende Ökonom am CBI, erkannte die Auswirkungen der Verbrauchernachfrage auf die wirtschaftliche Erholung und die mögliche Verlagerung der Haushaltsausgaben hin zu Verbraucherdienstleistungen. Er betonte jedoch die anhaltenden betrieblichen Herausforderungen, mit denen Einzelhändler konfrontiert sind, darunter rekordtiefe Lagerbestände und eine sinkende Importdurchdringung. Die Situation wurde durch den Arbeitskräftemangel, insbesondere bei jüngeren Arbeitnehmern, verschärft.

Paleja hob die jüngsten Änderungen der Selbstisolationsregeln hervor, die dazu beigetragen haben, die Auswirkungen der „Pingdemie“ auf Unternehmen abzumildern. Er betonte jedoch, wie wichtig es sei, die Fortschritte bei der Einführung des Impfstoffs für jüngere Altersgruppen aufrechtzuerhalten, um das Vertrauen zu stärken und die nächste Phase der Pandemie erfolgreich zu meistern.

Obwohl der britische Einzelhandelssektor insgesamt ein starkes Umsatzwachstum verzeichnete, hatten die Herausforderungen, die sich aus dem Brexit und Covid-bedingten Störungen in der Lieferkette ergeben, erhebliche Auswirkungen auf die Lagerbestände und den Import. Die Branche bleibt hinsichtlich des künftigen Wachstums optimistisch, erkennt jedoch die Notwendigkeit von Lösungen an, um diese betrieblichen Herausforderungen und den Arbeitskräftemangel zu bewältigen.

Nützliche Links:
1. BBC: Wie werden Lieferketten durch den Brexit beeinflusst?
2. Retail Gazette: Die Lagerbestände im Einzelhandel sind aufgrund einer Unterbrechung der Lieferkette auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen