Als der Vorhang für Männer fiel Fashion Week, Sonntag, 21. Januar 2024, markierte mit der Präsentation der Herbst-Winter-Laufstege 2024–2025 des GmbH-Labels einen zutiefst bewegenden Abschluss. Bei der Veranstaltung, die ohne aufwändige Bühnenbilder und theatralische Extravaganz auskam, standen stattdessen die Gründer der in Berlin ansässigen Marke, Serhat Isik und Benjamin Huseby, resolut auf einem bescheidenen Podium. In Keffiyeh-Schals gehüllt nutzten sie diese Plattform, um eine herzliche Botschaft zu überbringen, die tiefe Aufrichtigkeit widerspiegelte.

Serhat Isik begann mit einer Überlegung: „Vor sechs Jahren präsentierten wir unsere erste Modenschau in Paris“ und erinnerte sich daran, wie sie auf die Frage nach dem damaligen Potenzial für politisches Engagement eindeutig mit „Nein“ geantwortet hatten. Diese Erklärung gab den Ton an für das, was als nächstes geschah.

Im Laufe von etwa zehn Minuten legten die beiden Schöpfer ihre Emotionen offen und gingen offen auf die jüngsten tragischen Ereignisse ein, die die Welt erschüttert haben. Sie sprachen über den israelisch-palästinensischen Konflikt, den Verlust unzähliger Menschenleben in Israel und Gaza und den beunruhigenden Aufschwung des Nationalismus, der zu einer beunruhigenden Zunahme antisemitischer und islamfeindlicher Vorfälle in ganz Europa geführt hat.

Mit zitternden Stimmen und Tränen in den Augen nutzten Serhat Isik und Benjamin Huseby diesen Moment, um für Frieden und einen Waffenstillstand im Nahen Osten zu flehen. Ihr einzigartiger Hintergrund – Serhat Isik ist deutsch-türkischer Abstammung und Benjamin Huseby pakistanisch-norwegischer Abstammung – verschaffte ihnen einen genauen Einblick in die Diskriminierung, der Einwanderer, insbesondere solche aus Ländern mit muslimischer Mehrheit, ausgesetzt sind. Ihre ergreifende Botschaft hatte großen Nachhall: „Wir sollten alle alarmiert sein, wenn Deutschland beginnt, Juden und andere abweichende Stimmen zu unterdrücken.“ Der Aufruf des Duos zum Handeln war die Einführung ihrer neuen Kollektion mit dem treffenden Namen „UNITED NATIONS“ als nachdrückliches „Statement gegen den Nationalismus“. Die Gründer der GmbH machten deutlich, dass ihre Gemeinschaft Grenzen überschreitet und sich weiterhin entschlossen für Inklusivität einsetzt.

Bemerkenswerterweise fiel ihre Rede mit einem Wochenende zusammen, das von Massenkundgebungen gegen die rechtsextreme AfD in Deutschland geprägt war, an denen erstaunliche 1.4 Millionen Teilnehmer teilnahmen.

Das Keffiyeh, das sich als zentrales Motiv der Kollektion 2024 herausstellte, machte sich ab dem vierten Ensemble bemerkbar. Dieser karierte Baumwollschal, der oft in Schwarz oder Rot vor weißem Hintergrund zu sehen ist, hat eine historische Bedeutung, die bis in die 1930er Jahre während der arabischen Revolution gegen den britischen Kolonialismus zurückreicht. Während des palästinensischen Exodus aus Israel im Jahr 1948 erlangte es weitere Bedeutung und wurde zu einem dauerhaften Symbol der palästinensischen Identität. Innerhalb der Kollektion der GmbH übernahm das Keffiyeh eine dominierende Rolle, indem es Blazer vollständig umhüllte, elegant über ihren Rücken drapierte oder die Köpfe von Models schmückte fashion von Turbanen, nur ihre Augen waren freigelegt.

Hinter den Kulissen unterstrichen die Macher ihr Engagement, die Handwerkskunst der Arabischen Halbinsel zu würdigen. Jedes Stück stammt vom Label SEP und wurde von palästinensischen und syrischen Flüchtlingen, die in einem jordanischen Lager lebten, sorgfältig von Hand bestickt. Über das Keffiyeh hinaus zelebrierten die Designer der GmbH ihr Erbe kompromisslos, indem sie auf Oberteilen kalligraphische arabische Schriften verwendeten und das Nazar-Boncuk-Motiv, ein türkisches Amulett, das den bösen Blick abwehren soll, in einem allumfassenden Muster auf einem Hemd zeigten.

Der charakteristische Stil der GmbH ging über diese wiederkehrenden Motive hinaus. Die neue Laufstegpräsentation der GmbH mit Looks für Frühjahr und Winter 2024 stellte Jacken mit kunstvollen Perforationen in der Mitte vor, die Einblicke in die Taille freigeben, sowie geräumige Hemden mit vertikalen Taschen, die an militärische Brusttaschen erinnern. Übergroße Mäntel mit breiten Schultern setzten ein kühnes Statement, während Krokodilleder in Grün- und Schwarztönen auf Bomberjacken, Santiagos und sogar einem gewagten asymmetrischen Kleid zum Ausdruck kam und der Ästhetik des Labels einen unerwarteten Hauch von Sinnlichkeit verlieh. Die Kollektion umfasste rund dreißig verschiedene Looks, die jeweils die charakteristischen Elemente der Marke hervorhoben, von Doppelreißverschlüssen, die Hosen verschönerten, bis hin zu dreieckigen Ausschnitten, die Jacken ziert. Figurbetonte Oberteile aus technischen Stoffen und in Zusammenarbeit mit Asics entwickelte Sneaker rundeten das bemerkenswerte Sortiment ab.

In einer fashion In einer Welt, die oft von Oberflächlichkeit dominiert wird, hinterließen der tiefe Ruf der GmbH nach Frieden und ihre Würdigung des vielfältigen kulturellen Erbes durch ihre Kollektion einen unauslöschlichen Eindruck bei Men’s Fashion Week.

Kreativdirektoren: Benjamin HusebySerhat Isik

Fashion Redakteur/Stylist: Jon Morales

Casting-Direktor: Affa Osman

Publizist: Lucien Pages

Modelle: Adewale UsmanAhmad KontarHaoran XuHaroon SherzadNoureddine BoudaakatRui HuilaSonia IchtiVasko Luyckx

Selbst: Dilara FindikogluEduard Buchanan